Adobe’s Quartalszahlen: ein Viertel des Umsatzes durch Creative Cloud

Adobe Creatice Cloud

Seit Adobe vor fast einem Jahr ankündigte, einfach mal sein gesamtes Geschäftsmodell umzuwerfen und voll auf ein Abo-Modell zu setzen, haben wir und viele andere immer wieder darüber geschrieben und es gab unzählige Diskussionen (gerade erst wieder drüben auf BlogTimes). Faires Angebot oder Abzocke? Zukunftsmodell oder Total-Flop? Und was passiert eigentlich mit Photoshop oder Lightroom, wenn das Abo ausläuft…? Jeder hat/hatte so seine eigene Meinung dazu.

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Quelle: adobe.com/de

Adobe liefert jetzt Zahlen dazu. Nämlich die Geschäftszahlen für’s 1. Quartal 2014. Und die sind recht beeindruckend  und scheinen zumindest die Fragen nach der Wirtschaftlichkeit zu beantworten. Mal ganz kurz zusammengefasst:

  • 1.84 Mio. Creative Cloud Abonnenten
  • Steigerung um mehr als 400.000 Abos allein im letzten Quartal
  • Creative Cloud für gut ein Viertel von Adobes Umsatz im 1. Quartal verantwortlich (ca. 250 Mio. Dollar)
  • durchschnittliche Abo-Dauer von 18 Monaten
  • eher Abos der ganzen Suite als von einzelnen Produkten

 

Wenn man bedenkt, dass das Abo-Modell von Adobe noch ganz am Anfang steht, sind das wahnsinnig gute Zahlen. Der Schritt war mehr als gewagt, scheint aber aus Sicht von Adobe genau die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Mit steigender Erfahrung werden sie auch immer bessere Preispakete schnüren können (wie beim Fotografie-Paket) und so auch die User gewinnen, denen die ganze Suite zu teuer ist.

Wer sich auch für die Details interessiert: unten ist die Gegenüberstellung von Q1/2014 und Q1/2013. Deutlich zu sehen, wie Adobe wirklich das ganze Geschäftsmodell umgeschmissen hat und unterm Strich trotzdem nicht schlechter darsteht.

[column col=“1/4″]_
Umsatz gesamt:
Produkte:
Abos:
Services/Support:[/column]

[column col=“1/4″]Q1/2014
$ 471.454
$ 423.563
$ 105.103
$ 1.000.120[/column]

[column col=“1/4″]Q1/2013
$ 675.789
$ 224.266
$ 107.818
$ 1.007.873[/column]

5 Gedanken zu „Adobe’s Quartalszahlen: ein Viertel des Umsatzes durch Creative Cloud

  1. Hallo,
    ja, die Zahlen sprechen für das Abo-Model. Die Bilanz sieht auf den ersten Blick nicht so prickelnd aus, aber langfristig wir es sich auszahlen. Der Umsatz ist zwar im Vergleich zum Vorjahr etwas gefallen (und auch der Gewinn), was aber aber daran liegt, dass mit dem Anstieg der Abonnenten die Anzahl der verkaufen Lizenzen zurückgeht. Und jede verkauft Lizenz steht eben mit einem höheren Umsatz in den Büchern als die monatliche Rate. Der Gewinnrückgang wundert auch nicht, da die Anzahl der Mitarbeiter fast gleich geblieben ist. Und bei einer Softwarefirma machen die Personalausgaben den Löwenanteil der Kosten aus.
    Mir fällt auch spontan auf, dass sich der DSO-Wert (er gibt – vereinfacht gesagt – an, wie schnell Rechnungen bezahlt werden) gesunken ist. Das ist gut. Das mag auch an dem Abomodell liegen, da die Rechnungen eben vom Konto abgebucht werden und nicht erst drei Monate nachdem die Lizent gekauft wurde, überwiesen werden.
    Fazit: Adobe hat (aus Unternehmenssicht) alles richtig gemacht.
    Grüße
    Alexander

  2. Hallo,

    ich finde das Abo-Modell (nach anfänglicher Skepsis) als Fotograf sehr gut. Eine Investition von > 1.000 € nur für Photoshop war für mich eine große Hürde. Schließlich ist die Entwicklung nicht langsam und nach zwei-drei Jahren neue Software zu kaufen ist nicht immer drin.

    Auch ich profitiere vom „Fotografen-Paket“, da ich zumeist lediglich die Bridge und Photoshop nutze. Darin sind alle Updates enthalten und mir werden monatlich 9.95 €/netto abgezogen.
    Das ist zu kalkulieren und ich bin auf der sicheren Seite immer die neuesten Module und Techniken zu verwenden.

    Was nach dem einen Jahr Abo folgen wird, wird sich zeigen. Aber ich gehe von einer Fortführung ähnlicher Angebote aus.

    Beste Grüße,
    Jens

  3. Sicher hat das Modell auch für viele Kunden seinen Reiz und eine Berechtigung. Es bleibt auf jeden Fall spannend, das zu beobachten. Danke auch noch mal für die noch etwas tiefere Analyse, Alexander.

  4. Ich habe von der Version CS bis CS 6 fast alles gehabt (Design Webdesign und Master) und zum größten Teil auch jedes Programm genutzt. Ich möchte weder für jede Kleinigkeit extra zahlen, noch möchte ich mich von den Anbietern abhängig machen lassen. Das Gleiche gilt für die Windows-Experten aus Redmond.
    Ich war immer einer der ersten, die gekauft haben, wenn neue Funktionen auf den Markt kamen. aber jetzt ist Schluss !!! – Alle kann man nicht bedienen! Schon garnicht dauerhaft! Deshalb habe ich allen, die ständig und monatlich Zahlungen von mir erwarten, den Rücken gekehrt. Ich kaufe, wann ich möchte und lasse mir weder die Zahlungsweise vorschreiben, noch die Lizenz wegnehmen, nur weil ich das Abo nicht verlängern möchte!
    Ich hätte die neue Adobe-Version gerne gekauft, aber ein Abo mit zeitlich beschränkter Lizenz kommt für mich nicht in Frage. Ich möchte wie bisher flüssig bleiben, ohne darüber nachzudenken, an wen ich monatlich meine Abgaben zu leisten habe. Ich möchte meine Programme wie bisher unbegrenzt nutzen, ohne begrenzte Lizenz !!!
    Inzwischen habe ich eine Lösung gefunden mit alternativem Betriebssystem (vermutlich sicherer als Windows) und alternativen Open Source Programmen – als Webdesigner und Programmierer muss es nicht immer Adobe sein! Hier gibt es viel viel bessere und günstigere Alternativen – auch wenn man sich an Dreamweaver gewöhnt hat.
    Und in 5 Jahren wird für dieses Abo vermutlich das vielfache verlangt werden, oder man wird platt gemacht, weil man einem die Lizenz wegnimmt, wenn man nicht Dauerzahler sein will.
    Die CS6 wird für mich so lange reichen, bis sich Open Source durchgesetzt hat – und da gibt es inzwischen professionelle Alternativen, die Adobe den Platz streitig machen können, denn Adobe lässt sich Programmteile bezahlen, die von den meisten gar nicht genutzt werden!
    Ich frage mich nur was meine Vorredner bekommen, um hier Werbung zu machen, wo doch dieses Abo-Modell weltweit kritisiert wird !

    1. Sorry für den letzten Satz, betreffend der Vorredner. Es war ja nur einer der sich so euphorisch eingesetzt hat.
      Bei 9,95 € für für Fotografen habe ich noch Verständnis, wenn keine anderen Funktionen gebraucht werden, kommt man hier wohl günstiger weg, als 1000 € für ein Programm zu verbraten, das man nur teilweise nutzt.
      Bei manchen Kommentaren im Internet habe ich jedoch den Eindruck, manch ein Schreiber arbeitet bei Adobe, oder er bekommt Provision für seine Bewertung.

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