Clash of the Titans: Der ultimative Bokeh-Test

Leica M9

Kristian Dowling ist professioneller Fotograf und hat auf der Website von Steve Huff vor einigen Tagen einen Test veröffentlicht, bei dem viele Fotofreaks (vor allem die Technik-Nerds) doch etwas nervös werden dürften. Er selbst nennt es den Clash of the Titans.

Es traten gegeneinander an die 5 wohl meistgewollten und lichtstärksten Objektive an einer Leica M9 (welche alleine und ohne Objektiv schon über 5.000 Euro kostet). Alles sind „ultra fast lenses“. Was das bedeutet hatten wir ja erst neulich hier und diese hier sind mit Offenblenden von 0.95 bis 1.2 wirklich „super fast“. Einige sind dazu so selten, dass man sie wohl selbst dann nicht kaufen könnte, wenn man das Geld dazu hätte. Irgendwie hat Kristian Dowling es aber geschafft, diese illustre Runde zumindest für einen Tag zu versammeln, um den ultimativen Schärfe- und Bokeh- Vergleich zu machen. Vor allem das Bokeh ist bei so lichtstarken Linsen natürlich ein sehr wichtiges Thema. Wie genau der Unschärfebereich aussieht (denn genau das bedeutet der aus dem Japanischen stammende Begriff), damit befassen sich ellenlange Diskussionen im Netz und Attribute wie „weich“ oder „hart“, „flauschig“, „kantig“ oder sogar „kuschelig“ sind da durchaus normal. Das mag manchmal etwas übertrieben sein, aber gerade für die Bokeh-Freaks ist dieser Test wohl ein Traum.

Leica M9

Leica M9 (Quelle: Leica)

 

Die Kandidaten, die alle bei ihrer jeweiligen Offenblende verglichen wurden:

Leica Noctilux-M 50mm f/0.95
von 2008
Straßenpreis 10.500 US$

Leica Noctilux-M 50mm f/1.2
von 1976 (limitiert auf 1.700 Stück)
Straßenpreis >20.000 US$

Leica Noctilux-M 50mm f/1
von 1976 – 2008
Straßenpreis >5.000 US$

Konica Hexanon 60m f/1.2 Original
1956 (limitiert, sehr selten)
Straßenpreis >13.000 US$

Konica Hexanon 60m f/1.2 Neu
von 1998 (limitiert auf 800 Stück)
Straßenpreis > 12.000 US$

Die Liste ist natürlich absoluter Wahnwitz. Interessanterweise gab es auch keinen echten Gewinner sondern fast jedes Objektiv punktete in anderen Bereichen (Schärfe, Kontrast, Bokeh). Sehr interessant auch zu sehen, wie gerade die alten Linsen deutlich weniger scharf sind, aber dafür ihren ganz eigenen Look haben.

Alle Vergleichsfotos gibt es auf stevehuffphoto.com

Randnotiz: Kristian Dowling berichtet auch, dass der Gebrauchtpreis des neuen Konica Hexanon 60m f/1.2 in nur wenigen Jahren allein dadurch enorm in die Höhe getrieben wurde, dass der Street-Fotograf und Blogger Yanick Delafoge viele seiner Bilder mit dieser Linse macht. Ironischerweise berichtet Yanidel auf seinem Blog davon, dass er das Objektiv bei seinem letzten Aufenthalt in Argentinien gar nicht mehr dabei hatte, weil der Preis so gestiegen sei. 🙂

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