Consumer, Prosumer, Professional – Warum Prosumer DSLRs für mich zur Zeit besser sind als Professional Spiegelreflex Kameras im Vollformat

Kleinbild und Vollformat

Ich möchte mir gerne mittelfristig meine erste Vollformatkamera zulegen. Ich glaube es ist eine logische Entwicklung im Werdegang eines Fotografiebegeisterten, irgendwann auch mal die Vorteile eines Vollformatsensors erleben zu wollen. Klar, ich weiß auch, dass man selbst mit ner Handycam super Bilder schießen kann und die Technik da eher die zweite Geige spielt, aber irgendwie reizt es doch sehr – mehr Details, größere Lichtausbeute, Geschwindigkeit… (yeah!)

Kleinbild und Vollformat

Was finde ich an meiner jetzigen  DSLR gut und auf was kann ich verzichten?

Zum Thema „Kamera & Technik“ lese ich zur Zeit viele andere Blogs und Tests zu neuen Apperaten (das Wort wollte ich immer schonmal benutzen) die ihren Weg auf den Markt finden. Darüber wie die ersten Nutzer sie testen. Was die „Profis“ über die Kameras denken – und und und. Eines ist mir dabei immer wieder aufgefallen. Sobald die Leute von sich selbst sagen, dass sie professionell fotografieren ist es scheinbar cool, Features uncool zu finden. Ich meine, nehmen wir meine derzeitige DSLR als Beispiel. Einer der Gründe, warum ich mir dieses Modell (Canon 60D) zugelegt habe ist das bewegliche Display. Ich finde es super, dass ich aus der Hocke von Oben über den Live-View Modus Bilder machen kann. Auch die Kamera einfach in die Luft zu halten ohne dass ich eigentlich sehen kann was vorne vor sich geht ist ein ein Vorteil. Einfach das Display nach unten klappen und schon ist man Herr über (s)ein drittes Auges. OK, als ich mir die Kamera gekauft habe war ich auch noch absoluter Anfänger und habe mich mit ihr erstmalig ans Fotografieren mit manuellen Einstellungen herangewagt. Ich war also lange noch nicht soweit, um sagen zu können, dass Features uncool sind. Ich empfand damals dieses Feature als echten Mehrwert meiner DSLR, aber das ist auch heute nicht anders. Auch wenn ich lange lange kein Profi bin kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, warum sich das je ändern sollte. Das gleiche gilt eigentlich auch für den integrierten Blitz. Ich habe zwar selbst einen externen Blitz, den ich in den meisten Situationen auch sehr zu schätzen weiß und gerne verwende, aaaaabbber – wenn ich den Blitz mal nicht dabei habe und bei schwachem Licht trotzdem mal ein Foto machen möchte, das keine Langzeitbelichtung zulässt, ist genau dieser integrierte Blitz Gold wert. Es ist zwar kein Vergleich zu einem professionell individuell anpassbaren externen Blitz, aber es ist ein Feature, das im Zweifel weiterhilft. Ich bin froh das ich einen integrierten Blitz habe. Auf diese beiden Sachen kann ich also schonmal nicht verzichten. Worauf ich sehr gut verzichten kann sind alle Programm-Modi und Effekte die die Kamera so mitsichbringt. Ich fotografiere in RAW und bearbeite später am Rechner, da brauche ich diesen Schnick-Schnack nicht. Von der Hardware verlange ich also alles was vorhanden ist plus noch einiges mehr. Die Software kann gerne etwas weniger umfangreich sein.

Quelle: Nikon.de / Sony.de / Canon.de (von links nach rechts)

Welche Vollformatkamera ist die richtige für mich?

Mit den „neuen“ Einsteigermodellen in die Vollformatriege der Platzhirsche Canon und Nikon liegt eine Vollformatkamera mittlerweile endlich in erreichbarer Nähe. Aber welche Kamera ist dann die richtige für mich. Meine erste Idee als Canon-Nutzer ist natürlich die „neue“ Canon 6D. Sie hat einen Vollformatsensor und kostet unter 2000€. Das ist ganz ok, immernoch eigentlich viel zu teuer für mich, aber das ist noch irgendwie machbar. Außerdem habe ich sowieso schon das Canon 85mm 1,8. Das sympathisiert super mit der 6D, wie ich gehört habe.

Die Canon 6D ist auf den ersten Blick und von den technischen Merkmalen her super. Ein neuer Vollformat Sensor, der sehr gut getestet wurde. Überzeugende ISO Ergebnisse. W-LAN!!!! und GPS!!!!. Auch Gehäuse und alles passt. Aber wo ist das schwenkbare Display? Warum hat Canon hier gespart. Ist das uncool? Ist das Schanier zu schwer? Klar kann man über W-Lan einen Secondscreen ähnlich wie das schwenkbare Display benutzen, aber im Gerät integriert wäre ebenfalls sehr hilfreich, vor allem auch für Videoaufnahmen. Auch der interne Blitz ist weg. Ist der wirklich zu groß als das hier gespart werden muss. 11 Autofokuspunkte und „nur“ ein Kreuzsensor. Das ist zwar grundsätzlich genug, aber warum hat die Canon 650D für deutlich weniger Geld 9 Kreussensoren? Die neue Nikon D7100 jetzt sogar ganze 15? Das verstehe ich nicht.

Den Blitz und das schwenkbare Display möchte ich wirklich nicht missen. Darf ich mir aber deshalb jetzt keine Vollformatkamera von Canon kaufen? Anscheinend nicht. Auch die 5D Mark II und III sind ähnlich bescheiden in Sachen Features ausgestattet. Muss ich deswegen jetzt in der Prosumer Sparte bleiben. Ist die 7D mein maximal erwerbbares Produkt bei den Canon Bodies. Wenn es sie gäbe hätte ich gerne eine 6D mit 650D Features. Gibt es aber leider nicht. Nicht mal unter der Bereitschaft sehr viel Geld zu investieren. So ganz verstehe ich die Produktdifferenzierung, wenn die denn für das derzeitige Produktportfolio von Canon verantwortlich sein sollte, nicht.

Bei Nikon sieht die Sache nicht viel besser aus. Die D600, das Pendant zur 6D, kostet ca. 100 Euro mehr und hat ebenfalls kein schwenkbares Display. Buh! Allerdings ist bei der D600 ein Blitz fest eingebaut und es gibt zwei SD Card Slots. Leider hat Nikon kein GPS und keine W-Lan verbaut. Die D600 ist also auch nicht das Produkt das mich dazu bringt „viel“ Geld in eine neue Kamera zu stecken. Dafür ist der Kompromiss dann doch zu groß. Es gibt sicherlich Nutzer mit den gleichen Ansprüchen wie ich, die bereit wären viel mehr Geld auszugeben, bei Nikon und Canon gibt es aber bisher einfach kein passendes Modell.

Canon und Nikon haben also bisher nicht wirklich DIE Vollformat-DSLR im Portfolio, die ich mir wünschen würde. Bleibt aber die Frage ob es sowas überhaupt gibt, oder ob das einfach so hinzunehmen ist.

Die einzige Vollformatkamera die mir einfällt, die ein schwenkbares Display hat ist die Sony Alpha99. Vielleicht gibt es noch weitere, aber keine die mir bisher unter den „großen“ aufgefallen sind. Auch wenn es sich hier um eine Kamera mit teiltransparentem Spiegel handelt zähle ich die einfach mal als vergleichbar hinzu. Der Alpha99 fehlt wiederum ein integriertes W-Lan Modul sowie ein integrierter Blitz, also auch keine wirkliche Alternative, sondern ein Kompromiss.

Und was mach ich jetzt?

Ich werde wahrscheinlich noch ein Jahr oder vielleicht auch etwas länger warten müssen bis die Kamerahersteller ein entsprechendes Produkt auf den Markt bringen. Meine Wunschkamera sähe demnach folgendermaßen aus:

  • ein guter Vollformatsensor
  • integriertes W-Lan-Modul
  • GPS
  • schwenkbares Display
  • integrierter Blitz
  • zwei SD-Kartenslots
  • ein paar mehr Kreuzsensoren

 

Hinzu kommen natürlich noch alle weiteren substanztiellen technischen Details die eine Spiegelreflex zu einer Spiegelreflex machen. Ich meine hier wirklich primär die offensichtlichen Features die es zwar verteilt bei vielen Kameras gibt, aber bisher leider in keinem Modell vereint, nicht unter den Vollformatkameras.

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