Filmen mit der Spiegelreflex – was muss beachtet werden?

Schulterstativ für Spiegelreflex

Eine gute Spiegelreflex ersetzt heute häufig eine Videokamera. Insbesondere die kompakte Größe sowie die Option des Objektivwechsels sind absolute Vorteile. Seit 1080p in den meisten Spiegelreflexkameras Standart ist spricht auch nichts mehr gegen den Einsatz, sogar im professionellen Bereich. Ich habe mit meiner Canon 60D schon einige Aufnahmen gemacht. Dabei habe ich vor allem anfangs einige Erfahrungen sammeln müssen die sich vermeiden lassen, wenn vorher einige Dinge bedacht werden:

1. Das LCD-Display – der Schein trügt

Hat man die erste Aufnahme im Kasten schaut man sich die Ergebnisse in der Regel sofort auf dem LCD-Display der Kamera an. Das habe ich bei meinem ersten Versuch damals auch gemacht. Ich habe einige Minuten aus freier Hand recorded und war beim direkten anschauen total erstaunt und völlig aus dem Häuschen. Die Videoaufnahmen sahen super aus! Zu Hause am PC kam dann aber das Erwachen. Die Videos waren total verwackelt. Fazit: Traue nie dem LCD-Display deiner Kamera.

2. Das Objektiv – Bildstabilisator / Brennweite und Co.

Für meine ersten Videos hatte ich drei Objektive zur Verfügung. Die bewährte Canon EF 1.8 50mm Festbrennweite, das Canon 3.5-5.6 18-135mm IS sowie das Walimax 3.5 8mm.

Canon 50mm 1.8: Die Aufnahmen aus freier Hand waren leider völlig unbrauchbar. Allerhöchstens für sehr kurze Schnittsequenzen lohnte sich das gefilmte Material. Direkt vom Stativ waren die Aufnahmen allerdings super. Vor allem das rumspielen mit der Tiefenschärfe macht dieses Objektiv zu einem super Filmobjektiv für wenig Geld. Durch den Faktor „Festbrennweite“ heißt das allerdings viel Bewegung, die ja andersrum auch gut tun soll.

Canon 18-135mm 3.5-5.6 IS: Mit dieser Linse konnte ich relativ gut aus freier Hand filmen. Logisch ist, dass ein kleiner Brennweitenwert weniger wackelt als ein sehr stark herangezommtes Bild. Der Vorteil des Objektivs ist in jedem Fall der Bildstabilisator. Ist dieser aktiviert reduziert das Objektiv das Grundwackeln auf ein Minimum und sorgt für flüssige Bilder. Von mir eine absolute Empfehlung für Videos mit einem dynamischen Brennweitenbereich, auch aus freier Hand. Ein Nachteil ist leider die geringe Tiefenunschärfe, sonst TOP.

Walimax 3.5 8mm: Auch dieses Fisheye eignet sich wunderbar zum filmen. Durch die sehr geringe Brennweite bzw. den Weitwinkeleffekt wirken die Bilder auch aus der Hand gefilmt sehr geschmeidig. Wer den Effekt mag hat hier ein super Objektiv, nicht nur zum Fotografieren.

3. Das Schulterstativ / Stativ / Rig

Um aus der Bewegung heraus trotzdem mit einer DSLR gut filmen zu können ohne sich von den verwackelten Bildern im Anschluss übergeben zu müssen lohnt sich der Kauf eines Schulterstativs bzw. DSLR-Rigs. Mit diesen Stativen lässt sich auch während des Bewegens sehr ruhig filmen. Es gibt diese Stative sowohl zur einhändigen als auch zur zweihändigen Bedienung. Mit und ohne Federung und für wenig und übertrieben viel Geld. Für Standszenen genügt natürlich auch ein gutes Fotostativ mit flüssig drehendem Gelenk (Kopf) für Schwenks. Einfache Schulterstative lassen sich übrigens auch gut im Eigenbau realisieren. Das nachfolgende Video zeigt die Möglichkeit mit einfachen Rohrverbindungen aus der Sanitärabteilung eines Baummarkts ein DSLR-Rig zu basteln:

Ich werde das Teil irgendwann mal nachbauen und die Ergebnisse hier rezensieren.

Fazit: Eine Spiegelreflex mit Full HD eignet sich hervorragend zum drehen von Videos wenn einige grundlegende Dinge zuvor beachtet werden.

2 Gedanken zu „Filmen mit der Spiegelreflex – was muss beachtet werden?

  1. Auf jeden fall hilfreiche Tipps für den kleinen Geldbeutel.
    Das Schulterstativ muss ich auch mal basteln.
    Das LCD Problem hatte ich auch mal, sowohl bei Video als auch bei Foto.

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