Lightroom: Geschwindigkeit verbessern und Performance optimieren

Adobe Photoshop Lightroom 4

Lightroom 4 brachte gegenüber seiner Vorgänger-Version neben einigen tollen Funktionen auch einige Probleme hinsichtlich Geschwindigkeit und Performance. Adobe hatte viele Regler und Algorithmen ganz neu programmiert. Seitdem sind Highlights/Shadows viel mächtiger geworden. Wer auch immer Clarity (Klarheit) programmiert hat, ist ein Genie. Und selbst der Kontrast-Regler ist mittlerweile gut brauchbar. Leider wurde nur vergessen, auch die Performance entsprechend anzupassen. Selbst auf meinem im letzten Jahr neu angeschafften 64-bit PC mit SSD und 16 Gb RAM gibt es noch Hänger und Verzögerungen.

Adobe Photoshop Lightroom 4

Im Netz gibt es viele Tipps und Tricks, um die Geschwindigkeit von Lightroom zu optimieren. Die wichtigsten stehen noch mal kurz zusammengefasst am Ende des Artikels. Leider helfen die im Entwickeln-Modul aber auch nur begrenzt weiter. Jetzt hat Adobe selbst auch eine Liste von Performance-Tipps veröffentlicht, unter anderem ganz konkret für die Performance-Probleme beim Bearbeiten von Bildern. Die Vorschläge liegen alle irgendwo zwischen sinnvoll und vollkommen absurd. Hier ein paar davon:

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  • Wenn Lightroom langsam wird, starte es neu.
    Oh, echt? Ich nutze Windows erst seit ungefähr 20 Jahren (sprich: ein Neustart ist IMMER das erste was ich mache. Gefolgt von einer Windows-Neuinstallation natürlich.)
  • Wenn du ein hochauflösendes Display hast (z.B. 2560 x 1600), mach das Lightroom-Fenster kleiner.
    What?
  • Verwende nicht zu viele lokale Korrekturen. Dann doch lieber Photoshop.
    Klingt blöd, macht aber fast schon Sinn. Lightroom arbeitet non-destruktiv, das heißt am eigentlichen Bild wird gar nichts geändert, sondern alle Änderungen werden in einer Art Datenbank gespeichert und für das aktuelle Bild sozusagen virtuell angezeigt (=errechnet). Das ist toll, denn so werden die eigentlichen Pixel nicht angerührt und man kann alle Einstellungen jederzeit rückgängig machen oder ändern. Der Nachteil: es braucht Leistung. Adobe empfiehlt, bei hunderten bis tausenden lokalen Korrekturen, zum Beispiel mit dem Korrekturpinsel, lieber Photoshop zu nehmen. Macht Sinn. Leider reichen aber manchmal auch schon 15-20 Korrekturen, um Lightroom in die Knie zu zwingen.
  • Mach keine Korrekturen, die du nicht brauchst.
    Ja, äh, hilfreicher Tipp.
  • Nutze die alte Prozess-Version.
    Really, Adobe? Ich soll die Bilder mit den alten, viel schlechteren 3 Jahre alten Reglern verwenden und auf die neuen Funktionen verzichten, weil ihr das System schlecht programmiert habt?

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Hier noch mal die „wirklichen Grundregeln“ für Lightroom kurz zusammengefasst. Gerade die Bedeutung von RAM und Cache-Größe hat Adobe in seiner Liste auch noch mal betont.
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  • SSD
    Aus meiner Sicht immer noch DER Geschwindigkeitsschub für jeden Rechner (nicht nur für Lightroom). Bei Lightroom ist es wichtig, dass nicht nur die Software selber, sonder vor allem der Katalog auf der SSD liegt. Eventuell auch die jeweils zu bearbeitenden Fotos (seine gesamten Fotos bringt man bei den aktuellen Kapazitäten ja noch nicht auf einer SSD unter). Den genauen Unterschied habe ich selber aber auch noch nicht getestet.
  • RAM und 64bit-System
    Das ist recht einfach: Je mehr RAM desto besser. Gerade auch für die Arbeit mit Photoshop. Ein schneller Prozessor ist auch schön, bringt aber gar nicht so viel mehr.
  • Cache vergrößern
    Unter Voreinstellungen -> Dateiverwaltung sollte die maximale Größe des Caches deutlich erhöht werden. 25 Gb sind gut. Außerdem sollte der Cache auf der schnellsten Festplatte liegen, die verfügbar ist (idealerweise natürlich eine SSD)
  • Vorschaubilder 1:1 rendern
    Dies ist ein wirklich wichtige Einstellung. Wenn Lightroom die Vorschaubilder für die Library bereits beim Import 1:1 erstellt, müssen diese nicht erst beim Reinzoomen o.ä. neu berechnet werden. Das kann man im Import-Modul oben rechts einstellen. Man kann aber auch, wenn man das bisher nicht gemacht haben sollte, nachträglich alle Vorschaubilder erstellen über Bibliothek -> Vorschauen -> 1:1-Vorschauen rendern. Dann einen Kaffee kochen gehen, denn das kann je nach Kataloggröße einige Zeit dauern.

Vorschaubilder Lightroom rendern

  • Größe der Vorschaubilder einstellen
    Je nach Monitorgröße sollte auch die Größe der Vorschaubilder entsprechend eingestellt werden. Dies macht man unter Bearbeiten -> Katalogeinstellungen. Da ich leider noch keinen wirklich hochauflösenden Monitor habe, reichen bei mir 1440 Pixel. Alles andere würde Lightroom unnötig rechnen lassen. Bei anderen Monitoren sollte es dann aber schon die höchste Einstellung sein. Bei Vorschauqualität sollte generell die höchste Stufe gewählt werden. Ansonsten ist es natürlich umso besser, je weniger Vorschauen Lightroom im laufenden Betrieb erstellen muss. Deshalb je nach Festplattenplatz die Vorschauen erst nach 30 Tagen oder gar nicht verwerfen.
    Lightroom-Katalogeinstellungen
  • Katalog optimieren
    Lightroom empfiehlt regelmäßig, den Katalog zu optimieren und das sollte man auch tun. Alternativ kann man das unter Datei -> Katalog optimieren auch manuell starten. Früher las man oft, man solle möglichst viele, kleine Kataloge nutzen. Das ist aber mittlerweile nicht mehr nötig.

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